Die Ideologie des Kollateralschadens – Pandemie und Behinderung, ein systemkritischer Blick.
Die Situation für Menschen mit Behinderung war schon vor der Pandemie prekär: mit dem Auftreten von Covid hat sie sich noch einmal deutlich verschärft. Ableistische Tendenzen in der Gesellschaft haben sich seither ebenso verstärkt wie die reale Gefahr. Gleichzeitig spricht die WHO von einem „mass-disabling event“.
Wie geht das zusammen? Welche Entwicklungen haben die Pandemie ausgelöst und verstärkt? Wie sieht eine Sozialgeschichte der Pandemie aus? Welches sind die Bedrohungen für Menschen mit Behinderung? Wie kommt es, dass selbst in der humanistischen Linken nur kleine Kreise solidarisch mit Menschen mit Behinderung sind?
Wir werfen einen systemkritischen Blick zurück und versuchen herauszuarbeiten, warum ein linkshumanistischer Ansatz zur Aufarbeitung dringend notwendig ist.
„Jeder Aspekt der Pandemie und ihrer Verheerungen wird in „Die verdrängte Pandemie“ sozial und politisch aufgefasst. Unter ihren Bedingungen zeigt sich der Normalbetrieb wie unter einem Brennglas: Wer ist entbehrlich, was muss laufen, was muss pausieren? Was verstehen die Menschen unter Freiheit, was wird verteidigt, was wird hingenommen?
(…) Den Herausgebern ist es gelungen, ein zugleich multiperspektivisches wie umfassendes Bild der Verheerungen der Pandemie zu zeichnen. Und zwar nicht nur der gesundheitlichen, sondern vor allem der gesellschaftlichen.“ (Benjamin Moldenhauer, taz)



